Sonntag, 2. August 2015

Israel. Soziologische Essays


Die Essay-Sammlung der israelischen Soziologin Eva Illouz gehört zu den interessantesten Veröffentlichungen zur Identität des Staates Israel. Die Autorin ist mit der Politik der rechtsextremen Netanyahu-Regierung absolut nicht einverstanden und spricht sich für ein säkulares, liberales und weltoffenes Israel und gegen die vorherrschende nationalistische und rassistische Engstirnigkeit aus. Dass die zunehmende Fokussierung der israelischen Politik auf Ethnie und Religion den liberalen Charakter des Staates zu unterwandern drohe, fragt sich der Leser, ob dies nicht schon längst geschehen sei, wenn man ohne ideologische Scheuklappen die Entwicklung Israels verfolgt.

Illouz setzt sich für eine Staatsbürgerschaft ein, die nicht ethnisch begründet ist, weil dadurch alle Nicht-Juden zu Bürgern zweiter Klasse degradiert würden. "Ein Rassismus, der aus der Bevölkerung komme, ist etwas anderes als ein Rassismus, der sich in den Gesetzen des Staates niederschlägt." 

Die Autorin war religiös und in der orthodoxen Glaubenswelt zuhause. Sie hat lange in Frankreich und den USA gelebt. Ihre "säkulare Epiphanie" erlebte sie, als ein religiöser Extremist Ministerpräsident Yitzhak Rabin 1995 ermordete. Für die Autorin sind die Privilegien der Orthodoxen und die absolute Macht des Oberrabinates völlig inakzeptabel; beide gehörten abgeschafft. 

Eva Illouz will einen linken Zionismus wiederbeleben, deshalb sei eine Infragestellung der Legitimität des Zionismus "unmoralisch". Nach Meinung der Autorin war der Zionismus von Hause aus gut, er wurde aber nur durch Nationalisten und Rechtsextremisten gekapert und seiner edlen Motive beraubt. Diesen Behauptungen sollte vehement widersprochen werden, weil eine nationalistische Ideologie, die zwar zur Gründung eines jüdischen Staates und damit zur Gleichberechtigung des "jüdischen Volkes" in der Staatengemeinschaft beigetrage hat, nicht so pervertiert hätte werden dürfen. Die rechtsnationalistische Netanyahu-Regierung tut alles, um Israel völlig zu isolieren und zu delegitimieren. 

Neben den zahlreichen Essays verdient einer besonders gewürdigt zu werden: "Dreyfus in Israel: Ein Gedankenexperiment". Darin beschreibt Illouz die "Dreyfus-Affäre". Dass der jüdische Hauptmann Dreyfus letztendlich rehabilitiert worden ist, sei zwei ausgewiesenen Antisemiten zu verdanken gewesen. "Die Dreyfus-Affäre war überhaupt nur möglich, weil in Frankreich ein universelles Staatsbürgerschaftsmodell existiert", wohingegen in Israel die "arabische Staatsbürgerschaft" nur einer "ethnischen Enklave im Osmanischen Reich" gleiche. 

Illouz wendet die "Dreyfus-Affäre" als ein "Gedankenexperiment" auf die israelische Gesellschaft an und fragt, ob sich zwei hohe israelische Militärs so vorgehaltlos für einen verurteilten "arabisch-israelischen Offizier" einsetzen würden wie weiland zwei ausgesprochene französische Antisemiten der französischen Armee für Dreyfus. Dreyfus wurde nicht von der französischen Linken oder den Intellektuelle gerettet, sondern "von dem überwältigenden Gefühl, Ehre bedeutet, 'das Richtige zu tun'". Resümierend stellt die Autorin in Bezug auf Herzl fest: "Der Zionismus wird sein Ziel erreicht haben, wenn Israel zu einer Dreyfus-Affäre fähig ist." 

Solange es Menschen und Intellektuelle wie Eva Illouz in Israel gibt, besteht Hoffnung, dass das Land von seinem rechtsnationalistischen und rassistischen Irrweg zurück zur Rechtsstaatlichkeit und zur Gleichbehandlung aller seiner Bürger fähig ist. Nicht Engstirnigkeit und Spießigkeit, sondern Universalismus gehört als zentraler Wert zur jüdischen Ethik. Dafür legen alle Essays ein beredtes Zeugnis ab. Eine exzellente Essaysammlung. Chapeau, Ms. Illouz!

Zu beziehen hier und hier

Samstag, 1. August 2015

Let's attack Iran

The man and the woman in the street of West Jerusalem are all for an attack against Iran. The following video shows how many crazies are running around in the "Holy City". For some of them, even Netanyahu is a "coward". Let's turn US President Obama's "bad deal" into Netanyahu's "good deal" and attack Iran like the kosher Israeli populism calls for.

Israel's "Weapon": the Holocaust?

Photo Credits: Courtesy of MWC News.
Der ehemalige israelische Außenminister Abba Eban prägte den unschätzbaren Satz: "There is no business like Shoah business." In seinem bahnbrechenden Buch "Die Holocaust-Industrie" hat Norman G. Finkelstein den US-amerikanischen zionistischen Lobbyisten vorgeworfen, sie instrumentalisierten das Andenken an die Opfer der Shoah für ihre eigenen politischen Zwecke. Obwohl der berühmte Holocaust-Forscher Raul Hilberg das Buch ausdrücklich lobte, läutete es das Ende von Finkelsteins akademischer Laufbahn ein. 

Was hat es mit der "Holocaust-Instrumentalisierung" auf sich? Ist sie abwegig, weil sie ein Tabu darstellt? Am 25. Juni 2015 titelte die israelische Tageszeitung "Haaretz": "Israeli Diplomat in Berlin: Maintaining German Guilt About Holocaust Helps Israel." In einem vertraulichen Gespräch mit israelischen Pressevertretern in der Botschaft des Staates Israel in Berlin hat die Pressesprecherin Adi Farjon erklärt, dass es im politischen Interesse Israel läge, wenn das Land Deutschlands Schuldgefühle gegenüber dem Holocaust aufrechterhalte. Israel strebe keine vollständige Normalisierung zwischen beiden Regierungen an. 

Zeitweise nahm auch der Israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman an diesem vertraulichen Pressegespräch teil. Anwesend waren auch zwei deutsche Botschaftsmitarbeiterinnen, die aber kein Hebräisch verstanden. "It was so awkward. We couldn’t believe our ears. We’re sitting there eating peanuts, and behind the spokeswoman there are two German women sitting there who don’t understand a word of Hebrew – and the embassy staff is telling us they’re working to preserve the German guilt feelings and that Israel has no interest in normalization of relations between the two countries.” 

Die israelischen Journalisten waren geschockt, sagte später eine israelische Journalistin. "The spokeswoman clearly said it was an Israeli interest to maintain German guilt feelings. She even said that without them, we’d be just another country as far as they’re concerned.” Diese Einschätzung wurde auch von den anderen Journalisten geteilt. 

Nach so viel Ehrlichkeit und Freimütigkeit folgte das übliche israelische Dementi auf dem Fuß. "Ich erinnere mich nicht, so etwas gesagt zu haben", erklärte Farjon. Und weiter: "Ich kann nicht für ein bestimmtes Zitat bürgen." Das folgende Zitat von Farjon zeigt das doppelzüngige Gerede der zionistischen Politikerklasse. “It was an off-the-record conversation, a briefing talk. The way I speak with Israeli journalists is a little different. These things aren’t intended to get out. I can’t reveal the principles I work by. For example, I don’t say who I go to in order to get good stories out here, or who I pay for things like that.” 

Auch das israelische Außenministerium war um das übliche Dementi nicht verlegen: Farjons Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Und weiter wurde der Überbringer der Nachricht beschuldigt und nicht dessen Verursacher: “These are tendentious quotes ... from an off-the-record briefing for Israeli reporters who were visiting Berlin. At this briefing, there was an open and critical discussion in which the invited Israeli journalists took an active part, and it’s regrettable that someone decided to violate the rules of journalistic ethics and take selected statements out of their broader context and distort them in a way that alters their meaning.” 

In Anbetracht der Ehrlichkeit der Pressesprecherin der israelischen Botschaft wirken die Reden anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel wie Politfolklore. So sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert in einer Rede vor der Knesset, dem Israelischen Parlament: "Die intensive Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern ist ein historisches Wunder." Und der Sprecher der Knesset, Yuli Edelstein, pries die "speziellen und außerordentlichen" Beziehungen zwischen beiden Ländern und nannte Deutschland "einen wahren Freund Israels".

Und was sagen die deutsche Politikerkaste und ihre Sayanims (IMs des Mossad) dazu? Keine deutsche Zeitung berichtete über diesen skandalösen Vorgang nach dem Motto: The "shoah business" must go on!

Auch hier.

Montag, 27. Juli 2015

Yanis Varoufakis - der Buhmann der Medien und der EU-Politikerkaste

Schäuble und Varoufakis in gegenseitiger Abneigung vereint.
Das Geheule der internationalen Presse und der EU-Nomenklatura über die Pläne des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis durch einen finanziellen Staatstreich die Drachme wieder einzuführen, ist heuchlerisch, weil auch EU-Institutionen und der deutsche Finanzminister einen Plan-B in der Schublade haben. Alles andere wäre verantwortungslos gewesen. Varoufakis wird von der medialen Kaste auch deshalb so verfolgt, weil er nicht nach deren Regeln funktioniert.

Ohne die Souveränität über eine eigene Währung wird Griechenland nie mehr ökonomisch oder finanziell auf die Beine kommen. Stattdessen hat man sich für eine Konkursverschleppung entschieden, um die Fiktion eines geeinten Europa oder einer gemeinsamen Währung aufrechtzuerhalten. Tatsächlich hat diese Ideologie überall zu Nationalismus der übelsten Art geführt.

Auch die verhasste Troika ist quietsch lebendig und zurück in Athen. Griechenland ist nur noch ein Protektorat der internationalen Finanzoligarchie, bestehend aus IWF, EZB, EU-Kommission und der internationalen Spekulanten-Lobby. Die griechische Regierung könnte eigentlich abdanken, weil die Befehle aus Brüssel, Frankfurt, Washington und New York City auch von willfährigen Beamten exekutiert werden könnten. 

Die Methoden, denen sich Varoufakis wohl mit Zustimmung seines Chefs, Alexis Tsipras, bedienen wollte, erscheinen auf den ersten Blick wie aus dem Lehrbuch des Stalinismus. Aber ein Land, dessen Regierung durch die internationale Finanzlobby dermaßen erpresst und an den Rand des Abgrunds gedrängt worden ist, muss selbst über solche unkonventionellen Methoden nachdenken.

Haben nicht die USA und der IWF zahlreiche Staatsstreiche durchgeführt und niemand im Westen hat sich darüber echauffiert? Die Erpressungen der internationalen Finanzoligarchie sind wesentlich inhumaner, als das, was die griechische Regierung zum Wohle der Menschen geplant hatte. Die internationale Finanzoligarchie hat Millionen Menschen in den Ruin und ins Elend getrieben, wie die Beispiele Chile, Argentinien, Ukraine, Griechenland, Spanien und Portugal zeigen, um nur einige zu nennen. 

Warum der russische Präsident Vladimir Putin in letzter Minute seine Zusage für Milliarden-Hilfen für Griechenland zurückgezogen hat, bedarf einer Erklärung. Nachdem sich Tsipras dem Diktat der internationalen Finanzlobby gebeugt hat, mutierte er vom "bad" zum "good Guy". Die Eurozone und die EUdSSR braucht Jasager, aber keine souveränen Politiker, weil sonst dieses Kartell nicht mehr funktionieren würde. 

Die Wiedereinführung der Drachme ist der einzige Weg für Griechenland, um aus der derzeitigen ökonomischen Misere herauszukommen und seine Würde wiederzuerlangen. Mit dem dritten "Griechenland-Rettungspaket" wird nur Zeit für das vierte gekauft. Wollen sich die Griechen diese Demütigungen weiter antun lassen?

Sonntag, 26. Juli 2015

GÖAB, DAG und die DAFG

Die "Freunde" der Araber!
In Österreich und Deutschland gibt es Gesellschaften, die sich der Freundschaft mit der arabischen Welt verschrieben haben. Bei diesem politischen Unterfangen sind sie mehr oder weniger erfolgreich, was mit ihren Vorsitzenden oder Generalsekretären zusammenhängt. 

Die politischste und aktivste ist die "Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen" (GÖAB) unter ihrem Generalsekretär Fritz Edlinger, seines Zeichens SPÖ-Mitglied. Mit seiner politischen Haltung gehört er zu einer aussterbenden Spezies im einst so erfolgreichen Österreich unter der Kanzlerschaft Bruno Kreiskys. Die GÖAB engagiert sich in zahlreichen Projekten u. a. in Palästina, um die nackte Aggression der unmoralischsten Armee der Welt, der "Israelischen Verteidigungsstreitkräfte" (IDF), abzumildern, was dem berühmten Tropfen auf dem heißen Stein entspricht. 

Die "Deutsch-Arabische Gesellschaft" (DAG) hatte ihre letzte öffentlichkeitswirksame Veranstaltung am 30. Juli 2014 vor dem Sitz des Bundespräsidenten, "Schloss Bellevue" in Berlin, unter dem Slogan "Keine deutschen Waffen ins Heilige Land". Generalsekretär Harald Moritz Bock hatte zahlreiche deutsche und palästinensische Redner versammelt, um gegen das erneute Massaker der IDF im Gaza-Streifen zu protestieren. In einigen Reden wurde der menschenverachtende Zynismus und die Heuchelei der politischen Klasse angeprangert. 

Völlig neben der Spur befindet sich die "Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e. V." des ehemaligen bayerischen Finanzministers Otto Wiesheu. Wiesheu hatte im Streit die DAG verlassen und einen Konkurrenzverein zur DAG aufgemacht. Aufgrund seiner damaligen "Prominenz" als bayerischer Provinzpolitiker, konnte er die ahnungslosen arabischen Botschafter in seinen Verein locken. Diese Finte wurde aber kurz darauf durchschaut. Selbst Araber unterstützten lieber das Original als die Kopie. Wiesheus Klub bemüht sich schwerpunktmäßig um die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der arabischen Welt, wobei der Nutzen auf ersterem Land liegt. 

Der GÖAB scheint das friedenspolitische Anliegen, das über das engere arabische Umfeld hinausgeht, besonders wichtig zu sein, weil die größte Kriegsgefahr von der US-geführten NATO ausgeht. Die USA haben das ehemalige Verteidigungsbündnis in ein offensives Kriegsbündnis transformiert, das sich scherpunktmäßig gegen die arabische Welt und gegen Russland richtet. Ausgenommen von diesen Aggressionen sind die arabischen Diktaturen wie Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Arabischen Emirate, mit denen die USA besonders freundschaftlich verbunden sind. 

Die mutige Rede von Generalsekretär Fritz Edlinger (GÖAB) anlässlich der "Wiener Friedensmahnwache" kann man hier nachverfolgen.

Montag, 20. Juli 2015

Luckes ALFA-Partei - ein politischer Rohrkrepierer

Die Alfa-"Romeo"-Partei erleidet kurz nach dem Start einen Totalschaden.
Bernd Lucke, der geschasste Ex-Vorsitzende der "Alternative für Deutschland" (AfD) hat am Wochenende mit 70 Getreuen in Kassel eine neue Partei mit Namen "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) gegründet. Kaum war die neue Sekte aus der Taufe gehoben, gibt es bereits mächtig Ärger über das Namenskürzel. Denn "Alfa" existiert bereits als eingetragener Verein: "Aktion für Lebensrecht für Alle e. V." (Alfa). Lucke muss jetzt schleunigst eine neue Namenstaskforce ins Leben rufen, damit das ganze Unterfangen nicht völlig zur Lachnummer verkommt, was es jetzt bereits ist. 

Die programmatischen Leitlinien dieser Sekte bestehen aus einem Sammelsurium von Politphrasen, die auch die anderen Parteien in ihren Parteiprogrammen zusammengestellt haben. Diese Phraseologie liest sich wie ein Verschnitt der FDP-Rhetorik. Selbst Christian Lindner, der zur Zeit amtierende FDP-Vorsitzende, äußert sich aus politischer Opportunität kritisch in Bezug auf die Dauerrettung Griechenlands. Als die FDP noch mit Kanzlerin Merkel regierte, waren sie es, die die ersten Griechenland-Rettungspakte im Deutschen Bundestag durch gewunken haben und die wenigen rationalen FDP-Abgeordneten, die sich dagegen ausgesprochen hatten, mit politischem Mobbing überzogen. 

Auf dem Höhepunkt des Euro-Chaos hat sich die AfD gespalten und die Experten, die etwas zur desaströsen Situation dieser Währung hätten sagen können, haben sich zu einer Sekte zusammengeschlossen. Unpolitischer hätte man nicht handeln können. Lucke droht das Schicksal von Herbert Gruhl, obwohl er ein anders politisches Format besaß als der Alfa-Vorsitzende.

Selbst die wieder zum Leben hochgeschriebene FDP steht laut Umfragen im Augenblick bei fünf Prozent, die AfD hingegen nur noch bei vier. Luckes Sekte ist zur Zeit demoskopisch nicht messbar. Die AfD hingegen wird von den Konzern- und Staatsmedien in die rechtsextreme Ecke geschrieben. Auch dieses Experiment dürfte sich erledigt haben. Für Kanzlerin Angela Merkel könnte es gar nicht besser laufen. 

Lucke muss es sich politisch zuschreiben lassen, die zweite geglückte Neugründung einer Partei in der Bundesrepublik nach "Den Grünen" formvollendet vor die Wand gefahren zu haben. Beiden "Parteien" wird die herrschende Klasse keine Träne nachweinen.

Sonntag, 19. Juli 2015

Moshe Feiglin: Israel's New Hangman?

Israel's New Hangman?
Kurz nachdem der Journalist Sharon Gal in die Knesset gewählt worden ist, hat er für sich ein neues Hobby entdeckt: Er mauserte sich zu einem Befürworter der Todesstrafe für "Terroristen". Auf Facebook postete er ein Selfie von sich mit einem Poster, auf dem stand: "I, too, am in favor of Death to Terrorists." Seither wächst seine Fangemeinde. 

Einer durfte in diesem neuen Fanklub nicht fehlen: der politische Rechtsextremist Moshe Feiglin. Nachdem er nicht wieder als sicherer Kandidat auf der Liste der Likud-Partei für die Knesset platziert worden ist, trat er im Januar frustriert aus der Partei aus, um nach extremistischen Alternativen Ausschau zu halten, wie die "Times of Israel" am 6. Januar 2015 berichtete. In einem kurzen TV-Klipp erklärte Feiglin seine Bereitschaft, sich "freiwillig als Henker" zur Verfügung zu stellen und die "Exekutionen eigenhändig auszuführen". Ministerpräsident Netanyahu reagierte umgehend und untersagte jedem Likud-Mitglied, sich öffentlich für die Todesstrafe einzusetzen. 

Seinem neuen Hobby - der eigenhändigen Enthauptung, Exekution usw. - könnte Moshe Feiglin zur Genüge nachgehen, wenn er sich um den Job eines "Henkers" in der saudi-arabischen Diktatur bewürbe. Dort hat die Regierung zahlreiche Henker-Stellen ausgeschrieben, weil in diesem totalitären Staat Unschuldige massenweise öffentlich enthauptet oder körperlich verstümmelt werden. Das Land steht in einem Enthauptungs-Wettbewerb mit dem "Islamischen Staat" (IS). Allein in diesem Jahr starben durch das Schwert bereits mehr als im gesamten Zeitraum des Jahres 2014. Moshe Feiglin, good luck with your new job!