Freitag, 17. November 2017

Fritz Edlinger (Hg.), Palästina - Hundert Jahre leere Versprechen. Geschichte eines Weltkonflikts

Die Geschichte des Konflikts um Palästina stellt ein Lehrbeispiel dafür dar, wie auswärtige Mächte über ein Jahrhundert lang eine Region zugrunde gerichtet haben. Der Nahe und der Mittlere Osten sind seit hundert Jahren Spielball der Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien und seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der beiden Großmächte USA und Sowjetunion, respektive heute Russland.

Durch das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 wurden die Araber getäuscht und politisch über den Tisch gezogen. Durch die Balfour-Erklärung vom 2. November 1917 wurde die Gründung eines jüdischen Staates ermöglicht, der durch seine kolonialistische und aggressive Politik bis heute eine Gefahr für die Region darstellt. Beide Abkommen hatten desaströse Folgen für die Menschen.

"Hundert Jahre leere Versprechen", das von Fritz Edlinger, Generalsekretär der österreichisch-arabischen Gesellschaft, herausgegeben worden ist, beleuchtet in zahlreichen Beiträgen diese verhängnisvolle Geschichte. Dem Herausgeber ist es gelungen namhafte AutorenInnen zu gewinnen. Dazu zählen Richard Falk, Rashid Khalidi, Miko Peled, Vijay Prashad, Salah Abdel Shafi, Nasser al-Kidwa, Omar Barghouti, Roger Hancock, Petra Wild, um nur einige zu nennen.

Obgleich es um die Sache der Palästinenser noch nie so schlecht bestellt war wie im Augenblick, gebe es Hoffnung, weil das palästinensische Volk seine Identität nicht verloren und seine Ziele nie aus den Augen verloren habe. David Ben-Gurion hatte Unrecht als er meinte, die Alten würden sterben und die Jungen würden vergessen. Der palästinensische Wille nach Freiheit und Selbstbestimmung war niemals größer als heute, auch wenn Israel alles unternimmt, um den Freiheits- und Widerstandswillen der Palästinenser zu brechen.

In seinem Vorwort weist Edlinger auf Konstanten der zionistischen Politik hin, die seit der Entstehung des Zionismus bis heute Gültigkeit besitzen. So dachten die zionistischen Politiker nie daran, "eine faire und auf gleicher Augenhöhe abgeschlossene Vereinbarung mit den PalästinenserInnen abzuschließen". Hinzu kam der permanente Wort- und Rechtsbruch, insbesondere was das Völkerrecht betrifft. Diesem rechtswidrigen Verhalten der israelischen politischen Klasse hat eine orientierungslose palästinensische Führung nichts entgegenzusetzen.

In zwei Beitragen zeichnet Petra Wild die Entstehung des Zionismus 1897 bis zur Balfour-Erklärung 1917 sowie die Geschichte der Besatzung der Westbank und des Gaza-Streifens im Jahr 1967 bis stillen Annexion durch die israelischen Besatzer nach. Beim zionistischen Projekt handele es sich um "Siedlerkolonialismus" im klassischen Sinne. Die logische Konsequenz war die ethnische Säuberung Palästinas 1948, schreibt Wild. Auch die Besatzung Rest-Palästinas 1967 folgt einem siedlerkolonialistischen Muster: Durch Landraub und Siedlungsbau solle die einheimische Bevölkerung verdrängt werden. Dies könne nur beendet werden, wenn dem Expansionismus eine Grenze gesetzt bzw. er zurückgerollt werde. Oder wie Roger Hancock in seinem Beitrag über die Intifada feststellt, werde der nächste Widerstand "im Zeichen von Selbstbestimmung, Freiheit, Einheit und Demokratie stehen".

Der einzige Weg zum Frieden, sei die "Beendigung der Apartheid", schreib Richard Falk. Was aber nach Rashid Khalidi parallel dazu stattfinden muss, sei die Beendigung des "israelisch-amerikanischen Würgegriffs auf Palästina". Die hysterischen Reaktionen der israelischen Führung auf die BDS-Bewegung und die damit korrespondierende US-amerikanische "legale" Kriminalisierung dieser Bewegung zeige, dass der Weg zur vollen "Gleichheit, Selbstbestimmung, Bürgerrechten, Sicherheit und ökonomischem Wohlstand" für beide Völker in Palästina noch weit ist, so Khalidi.

Ob sich die Hoffnungen von Salah Abdel Shafi erfüllen, dass sich die Europäische Union (EU) vom "Payer" zum "Player" mausert, muss mit sehr viel Skepsis betrachtet werden, wenn man sich die extreme Bevorzugung Israels durch die EU vor Augen führt. Wären der EU ihre eigenen Wertvorstellen auch nur einen Pfifferling wert, so müsste sie das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen und das Land boykottieren, solange es die völkerrechtswidrige Besatzung aufrechterhält, die Menschenrechte der Palästinenser mit Füßen tritt und alle UNO-Resolutionen missachtet. Kann man aber etwas anderes als Inkonsequenz von einem antidemokratischen Staatenkonglomerat erwarten?

Einen gangbaren Weg aus der Krise hin zum Sieg hat Nasser al-Kidwa in seinem Beitrag aufgezeigt. Trotz der politisch widrigen Umstände sei ein Sieg der palästinensischen Seite immer noch möglich. Der Autor präsentiert zehn Ideen für eine mögliche Beendigung der Krise, in der sich die palästinensische Gesellschaft samt ihrer Führung befinden. Jede dieser Thesen klingt für sich genommen überzeugend, lässt aber die sich dramatisch verschlechternde geopolitische Lage der ganzen Region außer Acht, deren Neuordnung sich gerade die drei "Schurkenstaaten", USA, Israel und Saudi-Arabien, vornehmen. Gleichgültig, wie das Abenteuer ausgeht, es wird zum Schaden Palästinas sein. 


Mit diesem Buch ist es dem Herausgeber gelungen, nicht nur alle relevanten Themenbereiche fundiert diskutieren zu lassen, sondern dazu auch die kompetentesten Autoren gefunden zu haben. Eine Zeittafel und einiges historisches Kartenmaterial runden diesen gelungenen Sammelband ab. Eine mehr als lohnende Lektüre. 

Fritz Edlinger (Hg.), Palästina - Hundert Jahre leere Versprechen. Geschichte eines Weltkonflikts, ProMedia, Wien 2017, 208 Seiten, € 19.90.

Mittwoch, 15. November 2017

Bannon is proud to be a Christian Zionist!

By Courtesy of MWC News. In the left background: Alan Dershowitz.
For these words, Steve Bannon, the former chief strategist to President Donald J. Trump and currently Executive Chairman of Breitbart News Network, received standing ovations at the annual gala of the Zionist Organization of America (ZOA) at the Hyatt in New York City.

ZOA, the extreme right-wing Zionist organization, has been for Trump and Bannon right from the start. Besides Bannon, other Zionist extremists attended the event, among them Alan Dershowitz, a former Harvard law professor and a Zionist bigot, Tom Cotton, Rep. Senator from Arkansas and the darling of the Zionist Israel lobby. He earned some fame initiating a childish letter to the Iranian leadership defaming the Iran nuclear deal. Joe Liebermann also attended who is famous for his extreme one-sided Israel support. And last but not least, America's ambassador to Israel, David Friedman, who de facto serves instead as Israel's ambassador to the US.

When Bannon joint the Trump campaign and rose to influence in the White House, liberal Jewish organizations and the liberal political class, in general, libeled Bannon an "anti-Semite," "Racist", "White Supremacist" you name it, whereas the ZOA stuck by Bannon, especially Alan Dershowitz. 

In his speech, he targeted the Republican establishment and the "permanent political class in Washington. He called on the crowd to act together against the establishment and their "double deals". “President Trump needs our back because we’re a nation at war, and this war is only going to be won if we bind together and work as partners.” And he continued saying: “It is time for us to act, and I believe the only way to act is not through moderation. I am not a moderate, I’m a fighter. And that’s why I’m proud to stand with the state of Israel. That’s why I’m proud to be a Christian Zionist. That is why I’m proud to be a partner of one of the greatest nations on earth and the foundation of the Judeo-Christian West.”

Bannon attributed Trump's victory to a great deal to Sheldon Adelson, the casino mogul of Las Vegas. The victory wouldn't have come without him. When  the "Access Hollywood" tape was released in which Trump boasted about sexually assaulting a woman,  "Adelson did not cut and run." Bannon continued with his praise: “Sheldon Adelson had Donald Trump’s back. Sheldon Adelson offered guidance and counsel and wisdom on how to get through it. He was there for Donald Trump about how to comport oneself and how to dig down deep, and it was his guidance and his wisdom that helped get us through it.”

Being a Christian Zionist means belonging to the Christian Right in the US, which wages a culture war against secularism. Moral and religious issues have deeply polarized American society and have supplanted economic controversies, which have been dominating the US up until recently. For the fundamentalist, moral authority comes from above once and for all. For progressives, however, intellectual influence is equated by a spirit of rationalism, modernity, and subjectivism. Keywords in this fight are abortion, creationism versus evolution, values in schools, defense of the traditional family, homosexuality, to name a few.

No other than John Nelson Darby laid the foundations for a development of Fundamentalist Evangelical Christian Zionism, whose influence in the US is mighty and utilized by the Zionist establishment to further Israeli interests. Darby did not subscribe to the view that the church had replaced Israel, he claimed that Israel would supplant it, which means that God continues his covenantal relationship with Israel.

The mixing of a divine concept of Israel with real Zionism results in blind support of Catholics such as Steve Bannon. What attributes to the silencing of any criticism is the Holocaust. Especially Christians have been dominated by Holocaust theology, with its suffering and empowerment, which makes Christians silent bystanders to the brutality of Israeli policy towards the Palestinian people. A Strong influence on the thinking of the Christian Right exerted the theologian Reinhold Niebuhr, who commemorated the establishment of Israel as a triumph of justice and liberation. This terminology corresponds to the Zionist myth of returning after 2000 years of exile. The Israel lobby or their political surrogates within the power elite silence any critics of Israel's cruel policy within the Christian community.

Does being proud to be a "Christian Zionist" means to Bannon that he is pleased to support an oppressive occupation regime that robs the land of a colonized people and lock them up behind massive ghetto walls? Perhaps Bannon couldn't care less regarding his anti-Muslim fervor. For him, there is a long struggle ahead. "Iran, Turkey, Hezbollah, Hamas, the Muslim Brotherhood. The Middle East right now is on a knife’s edge." To fight these countries, it will take a "strong leadership," says Bannon. Does he mean the rogue leaders of the "Axis of Evil," the US, Israel, and Saudi Arabia? Has the former chief strategist forgotten that the US got a bloody nose in the Middle East and Donald J. Trump wanted to end this kind of adventurism? Or is Netanyahu the guy who calls the shots?

First published here, here and here.

Freitag, 10. November 2017

Henryk M. Broder samt Crew auf Antisemitensuche

Alles Antisemiten ausser Einem?
Am 8. November 2017 lief im Bayerischen Fernsehen eine weitere Folge einer Antisemitismus-Soap, die von Joachim Schroeder, dem scheinbaren „Riefenstahl“ der Israellobby, produziert worden ist. (In dem Video kann man Symbole Israels in Schröders Wohnung/Büro bestaunen.) Schroeder hatte bereits zuvor zwei Folgen dieser Seifenoper dem deutschen Fernsehen angedreht (HR und WDR/Arte). „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ und „Der Hass auf Juden in Europa„. Letzteres ein besonders schlimmes Machwerk der zionistischen Propagandamaschinerie, das Leni Riefenstahl nicht perfekter hätte produzieren können.
Bei den Seifenopern haben zum Teil die üblichen Verdächtigen mitgewirkt: der Niederländer Leon de Winter und Hamed Abdel-Samad; letzerer fungiert als Henryk M. Broders Alibi-Muslim. Da stört es Broder auch nicht, dass Abdel-Samad einmal sagte: „Herr Broder scheint mir dazu geboren, Torheiten in der Welt zu verbreiten.“ „Ist Herr Broder ein Tor?“ Abdel-Samad: Ich würde sagen: ja.“ Kai Dickmann sagte über Broder:  „Jeder blamiert sich so gut er kann.“ Broder: „Das ist meine Spezialität.“ In einem Anfall von Selbstkritik meinte Broder   einmal: „Ich bin nicht nur zu jeder Dummheit, ich bin auch zu jeder Geschmacklosigkeit bereit.“
„Ich treffe Hamed wieder, aber nichts wird mehr sein, wie früher“, so Broder. So reiste die Crew durch Deutschland, und Broder und sein Alibi-Muslim Hamed machten selbst Station im schwedischen Malmö, um Antisemitismus aufzuspüren. Überall, wo Abdel-Samad auftrat, waren seine Leibwächter dabei und haben ihn dorthin gefahren und für seine „Sicherheit“ gesorgt, die durch niemanden bedroht wird, nur weil er den Islam und den Koran anders auslegt. Warum sollte ein Muslim einen völlig unbedeutenden Islamkritiker töten wollen? So scheint alles nur ein gut eingefädelter PR-Gag zu sein, der sich für Abdel-Samad auszahlt. 
Gleich zu Beginn wird insinuiert, als würde die muslimische Zuwanderung zum „Antisemitismus“ beitragen. Diese These wurde seit Beginn der muslimischen Einwanderung von der Israellobby um Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland,  ventiliert. „Der Antisemitismus hat in Deutschland durch die Zuwanderung neuen Auftrieb erhalten“, so Broder. Seitdem sei die „Leichtigkeit des Seins“ vorbei, wie die Protagonisten dieser Doku betonen.
Weite Teile dieser Dokumentation über angeblichen Antisemitismus können dem Bereich Seifenoper zugeordnet werden. So meinte Leon de Winter, dass solange Broder da sei, es Hoffnung gebe, und die so genannte Männerfreundschaft sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. Da scheinen sich zwei gesucht und gefunden zu haben.
„Denkst Du daran, Europa zu verlassen“, wird de Winter gefragt. Ein französischer Jude gibt darauf die einzig richtige Antwort: Wir haben keine Angst, wir laufen nicht weg. Wovor auch, könnte man Broder fragen. Für viele Juden schlage ihr Herz zwar in Tel Aviv, aber ihre Heimat sei Paris oder jedes andere Land in Europa. So wie Broders Heimat Deutschland oder vielleicht Island (?) ist, da er wohl sonst nicht nach seiner „Aliyah“ ins zionistischen Wunderland freiwillig ins „antisemtisch“ kontaminierte Deutschland zurückgekehrt wäre.
In Naumburg machten Broder und Hamed einen Halt bei einem echten Antisemiten, der den „Holocaust als eine Mär“ bezeichnet hat und dafür vom OLG freigesprochen worden ist. Dieses bizarre Gespräch wurde nicht nur Broder und Hamed zu viel, sondern selbst Broders Hund, sodass man schnellstens wieder Reißaus aus diesem unwirtlichen Ambiente genommen hat. Wie konnten die Richter diesen Mann freisprechen, fragt sich jeder Zuschauer.
Für Broder ist das, was er als Antisemitismus deklariert, immer Vorbote eines größeren Unheils. Nun muss man wissen, dass Broder so seine eigenen Vorstellungen von „Antisemitismus“ hat. In einer weiteren lichten Minute entlarvte er sich im Deutschen Bundestag. „Überlassen sie die Beschäftigung mit dem guten alten Antisemitismus à la Horst Mahler den Archäologen, den Antiquaren und den Historikern. Kümmern Sie sich um den modernen Antisemitismus im Kostüm des Antizionismus und um dessen Repräsentanten, die es auch in Ihren Reihen gibt.“ Er meinte wohl diejenigen, die den real-existierenden politischen Zionismus Rassismus nennen. Es geht Broder nicht um Rassismus, um die Bekämpfung des Antisemitismus, es geht ihm um die Bekämpfung der legitimen Israelkritik, das heißt des Antizionismus.
Angeblich befasse sich Broder seit 1977 mit dem Antisemitismus, und er ist ihm scheinbar immer noch nicht auf die Spur gekommen. Kann es sein, dass Broder einem Phantom nachjagt? Aber er meint ja eigentlich „Antizionismus“. Darunter versteht man im allgemeinen eine Anschauung, die die rassistische und ethnozentrische Ideologie es Zionismus kritisiert. Jedem, der sein fünf Sinne beisammen hat und rational denken kann, ist dies klar. So behauptet er doch tatsächlich, dass der Antizionismus schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Warum die Linke ein Problem mit Israel habe, begreift Broder bis heute nicht. „Ich schreibe seit 30 Jahren darüber und habe es immer noch nicht begriffen.“
Doch, könnte man antworten: In der Zeitschrift „Semit“ seines alten Freundes Abi Melzer schrieb Broder im Juli/August-Heft 1989: „Du ahnst in der Tiefe Deiner Seele, dass wir es sind, die den Palästinensern Unrecht tun und nicht umgekehrt, und um dieses Unrecht zu rechtfertigen, musst Du darüber spekulieren, was „die“ tun würden, wenn sie könnten, wie sie wollten.“ Von den damaligen Skrupeln scheint heute nichts mehr übrig zu sein, wenn Broder in der Seifenoper erklärt: "militant zu sein garantiert eine längere Lebenserwartung als Opfer zu sein".
Natürlich wolle niemand Antisemit sein, gleichwohl gebe es noch die „lupenreinen Antisemiten“. An wen Broder da gedacht haben mag? Wurde er bei dieser Äußerung von seiner „Busenfreundin“ Charlotte Knobloch inspiriert, die Broders ehemaligen „Freund“, Abi Melzer, als für „seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigt“ bezeichnet hatte, was das Gericht in München ihr unter Androhung einer hohen Geldstrafe untersagt hat.
Besonders aufschlussreich waren die Szenen eines Tribunals Mitte September 2016 gegen die Präsidentin der HAWK in Hildesheim, Christiane Dienel. Bereits damals wurde mir mittgeteilt, dass Broder mit einem Kamerateam anwesend war. (Siehe auch die Leserbriefe zu meinem Artikel). Jetzt erst wurde diese „Hinrichtungsszene“ in seiner antisemitischen Seifenoper gesendet. Nicht nur, dass das Podium von Zionisten dominiert war, ihm gehörte auch die unsägliche Ex-Stasi-Spitzelin Annetta Kahane an, deren Stiftung ebenfalls durch Steuergelder gefördert wird, um Andersdenkende in der BRD zu denunzieren. Hat sie nicht dieses Geschäft von der Pike auf gelernt?
Zum Schluss schippert Broder und seine Kameracrew ins schwedisch Malmö. Die politische Situation sei dort etwas gruselig, 40 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund, in einem Stadtteil liegt der Anteil der Migranten sogar bei 80 Prozent. Trotz gemachten Zusagen wollte letztendlich kein offizieller Vertreter der Stadt mit dem Broder-Team reden.
Dort war er wieder einmal dem wirklichen Antisemitismus auf der Spur. Nicht geredet wurde darüber, dass die Palästinenser – Israelis und Zionisten – nur als grausame Besatzer kennengelernt haben und nicht differenzieren können.
Das gleiche hätte Broder auch in der BRD nachvollziehen können. Das offizielle Judentum, der Zentralrat und Personen wie Knobloch verteidigen die israelischen Verbrechen. Wie sollen da Migranten und Muslime differenzieren können? Außer, sie lernen Juden wie Abraham Melzer, Rolf Verleger, Felicia Langer und viele andere kennen. Diese werden aber wiederum von den Broders, Knoblochs und ihren deutschen Philosemiten verleumdet, und die führenden Medien beteiligen sich an dieser Hexenjagd.
Der aus Brooklyn stammende Rabbiner Kesselmann stand Broder und Abdel-Samad in Malmö Rede und Antwort. Was er zu sagen hatte, klang nicht sehr schmeichelhaft für Schweden. So mussten die Fenster der Synagoge mit schusssicherem Glas ausgestattet werden. Trotz aller Widerwärtigkeiten stehe er jedoch zu seiner Gemeinde und wolle bleiben. Dieses „Beharren“ und das Eintreten für seine Gemeinde hielt Broder nicht für „besonders klug“.  Auch der Lehrer Peter Vig, ein in Schweden geborener Jude mit ungarischem Wurzeln, hatte wenig Schmeichelhaftes über einige muslimische Schüler zu berichten. Selbst die Begrüßung mit „Heil Hitler“ beim Betreten des Klassenraumes wurde von der Schulleitung mit dem Argument heruntergespielt, dass es doch Schüler seien und man dies doch nicht an die große Glocke hängen wolle.
Auch der Vertreter der Jüdischen Gemeinde in Malmö, Fredrik Sieradzki, betonte, dass die Juden nicht als Juden erkannt sein wollten. Wenn man Kippa tragen würde, „sehe es ganz anders aus“. An dem städtischen Programm „Xenophilia“, (Liebe zum Fremden), beteilige sich auch die Jüdische Gemeinde mit andreren Organisationen! Der subkutane Zynismus der Crew kam immer wieder zum Ausdruck, wie z. B. durch Broders Alibi-Muslim Hamed, der meinte, dass der „Antisemitismus“ in Malmö abgenommen habe, weil die meisten Juden ausgewandert seien oder sich nicht zeigten oder versteckten!
Die Hoffnung stirbt angeblich zuletzt, so hätte ein Schlusswort lauten können. „In 40, 50 Jahren gibt es keine Juden mehr in Europa“, oder „Wir erleben die letzte Phase der jüdischen Existenz in Europa“, so Leon de Winter. Wie erklärt dann de Winter die 30 000 Zuwanderer aus Israel nach Berlin? Wenn Broder schon seinen eigenen Ruf nicht retten kann, geschweige denn den Malmös.
Die Erkundungsreise in Sachen „Antisemitismus“ wäre wohl ergiebiger ausgefallen, wenn die Crew nicht so voreingenommen gewesen wäre, wenn sie differenziert wahrgenommen hätte, wenn Broder sich an das erinnern würde, was er selber in früheren Jahren gesagt, geschrieben und gedacht hat. Aber da, wo Broder draufsteht, ist auch immer original Broder drin, und dies sollte niemanden wundern. Der „Antisemitismus“ hat in der Tat seriösere „Spürnasen“ verdient.

Mittwoch, 1. November 2017

Balfour's Shadow. A Century of British Support for Zionism and Israel

In November this year, the British Conservative Party and the Zionists will commemorate the centenary of the Balfour Declaration (BD). For the Palestinians and the Arabs in general, it should be a day of mourning. No historical document has screwed up a region such as Lord Balfour's letter to the Zionist Lord Rothschild promising him a "national home for the Jewish people."

It opened the doors of a colonization and ethnic cleansing process in Palestine that has been going on ever since. This ongoing dispossession process has not only ruined Palestinian society but led to the Ghettoization of an entire people. Together with the infamous Sykes-Picot  Agreement, both papers have screwed up the whole Middle East.

David Cronin is a journalist specializing in European politics. His book "Europe's Alliance With Israel: Aiding the Occupation" was extremely useful in providing arguments against Israel's further privileging within the European Union. The author demonstrated how the EU over the years has been accommodating to Israel's illegal occupation. “The European Union´s cowardice towards Israel is in stark contrast to the robust position it has taken when major atrocities have occurred in other conflicts.” 

It is beyond doubt that Israel had seen the light of day without the rhetorical support and the firm hand of the British empire, writes David Cronin."The foundations of Israel were laid in London." Where the Brits left off, the US took over in their unwavering and blind support of the Jewish state. In nine chapters, the author shows the full support of the United Kingdom in whatever the Israeli government did. In here, Tony Blair was extraordinarily reckless and vicious. The day Tony Blair left office, his pal George W. Bush appointed him "peace envoy" to the Middle East, which was cynical and obscene. Since the days of Balfour, they have been partners in crime and staunch supporters of Zionism. William Hague called it the party's "unbroken thread." Perhaps the current British Prime Minister Theresa May will reaffirm this "bond" during the dinner with Benjamin Netanyahu. It's a low-key celebration between May and Netanyahu. Jeremy Corbyn declined the invitation.

The author demonstrates, "Balfour and his peers were fully aware that the pursuit of Zionist objectives endangered the fundamental rights of Palestinians, regardless of the caveats inserted into his declaration." For the Jews, the BD was a turning point in their history and led to the establishment of Israel, for the Palestinian people, however, it meant dispossession, displacement, exile, the destruction of their society, and it laid the groundwork for the Nakba that is continuing to this day. They became foreigners in their own country.

At the time of Balfour, conspiracy theories about Jewish influence and anti-Semitic attitudes were common among parts of the ruling class.  Balfour was "an anti-Semite" and did not act benevolently towards the Jewish people, on the contrary, Balfour's backing of the Zionist settlement movement in Palestine seemed motivated by his desire to "see Europe emptied of Jews," writes Cronin.

The book focuses on the support of the Zionist colonization during British rule between the two World Wars and beyond up to the current political support for the Zionist regime. For the Brits, much was at stake in the Middle East. The region had Oil in abundance, the Suez Canal was strategically important, and Israel could serve as a colonial outpost and a bulwark against barbarism, as Theodor Herzl put it.

In its oppression of the Palestinians, the Israeli government often refers to British Mandate law, what so-called administrative detention or collective punishment measures are concerned. Although the US took over, Britain didn't let go. They supported the country with military hardware and in the field of financial/corporate interests. Up to date, the United Kingdom belongs to Israel's staunchest supporters.

The book presents a thorough examination of the Balfour legacy. Although Cronin presents the facts passionately, it's still a meticulous study. One can get passionate about the subject if one evaluates what the BD has done to the People of Palestine. This Declaration is a call for repairing the injustice, and Cronin contributed a lot to that.

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